Der Umgang mit Gewalt
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Das Konzept wurde unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Grundlagen in folgenden Bereichen entwickelt und erprobt:
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie (stationär, ambulant)
  • Forensische Psychiatrie
  • JVA
  • Security - Bereich
  • Einrichtungen der Jugendhilfe
  • Schulen

Darstellungsformen:
  • Seminare
  • Supervision
  • Trainings
  • Buch

Buch

A. Dutschmann
Aggressivität und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen
(ABPro-Manual)
Nähere Infos und online bestellen


Seminare

Hier Beispiel: Hand-out für Seminar
Umgang mit Gewalt in Institutionen

Copyright A. Dutschmann 2004. Download und Kopien nur komplett!
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Bitte benutzen Sie diese Unterlagen auch als Hilfsmittel zur nachträglichen Evaluation (Beschreibung und Auswertung ) von konkreten Konfliktsituationen, um auf weitere Ereignisse besser vorbereitet zu sein.

Folgende Regeln sollten beim Umgang mit Gewalt berücksichtigt werden:


Etablierung einer Sicherheitskultur in der Institution

  • Sicherheitsverantwortung auf allen Hierarchiestufen.
  • Ständige Risikoeinschätzungen.
  • Ggf. Schaffung technischer Voraussetzungen zur Risikoverringerung (z.B. Alarmsysteme).
  • Kooperative Strukturen zwischen den einzelnen Hierarchiestufen.
  • Einsatz qualifizierter Mitarbeiter.
  • Ständige Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter.
  • Supervision zur Gewährleistung einer konstruktiven Kommunikation.
  • Betreuung der Mitarbeiter nach Gewalthandlungen.

Das Aggressions- Bewältigungs-Programm - ABPro

ist ein Standardwerk zum Thema Umgang mit Aggressionen und Gewalt.
Es besteht aus drei in sich geschlossenen Bänden , die sich jeweils schwerpunktmäßig praxisnah mit bestimmten Formen von Aggression und Gewalt beschäftigen.
Bezug über Buchhandel oder online, z.B. über diese WebSite.

Das Strategische KonfliktManagement
StraKoM

ist ein praxisbewährtes Programm für den Umgang mit Konflikten. Es ist sowohl für professionelle Anwender als auch für Laien geeignet.
Ausgehend von verschiedenen Erklärungsmodellen werden gezielte Strategien zur Problemlösung angeboten.

Grundausbildung für den Umgang mit Gewalt

  • Gründliche Ausbildung der Mitarbeiter im Zusammenhang mit Aggression und Gewalt.
  • Erwerb einer Vielfalt von Techniken zum Umgang mit Gewalt, die flexibles Eingehen auf die jeweilige Situation ermöglichen.
  • - Seminarübung: Brainstorming auf Basis Erregungskurve des ABPro
  • Durchspielen konkreter Problemsituationen.
    - Seminarübung: Szenarios
  • Training im Umgang mit eigener Erregung.
  • - Ankern (Seminarübung ).
  • - Meerschweinchentechnik/Dissoziation (Seminarübung).
  • - Gezielte Reflexion über eigene Erregungen (s. Materialie ERNA des StraKom und des ABPro).
Modell Nr.2 des Strategischen KonfliktManagements (StraKoM)
Die an einem Konflikt beteiligte Erregung

In diesem Modell wird in Form einer Kurve die Höhe der akuten Erregung dargestellt.
0 Grad bedeutet ein Minimum an Erregung. Man ist also ganz “cool”. 100 Grad bedeutet, dass man völlig die Beherrschung verloren hat. Dazwischen liegen alle Schattierungen.


In Ruhe und Gelassenheit
Ein Trainingsprogramm

Erregung und unangenehme Gefühle können unsere Leistungsfähigkeit und Lebensqualität mindern.
Das Programm bietet auf engen Raum viele Tipps und Techniken für ein effektives Emotionsmanagement.

Vorgehen in akuten Situationen

Grundregeln:

Regel 1:
Sorgen Sie in Ihrer Institution für einen Plan zum Umgang mit Gefahrensituationen! Das setzt voraus, dass konkrete Gewalthandlungen genauestens dokumentiert und analysiert werden. Diese Dokumentationen dürfen nicht dazu missbraucht werden, einzelnen Mitarbeitern Vorwürfe zu machen. Niemand ist davor gefeit, in bedrohlichen Situationen Fehler zu machen. Die Betroffenen von Gewalthandlungen benötigen Hilfe und keine Vorwürfe.

Regel 2:
Stürzen Sie sich nie unüberlegt in eine gefährliche Situation. Hüten Sie sich vor der Auslösung Ihres eigenen Kampfinstinktes.
Vermeiden Sie “Klick-Surr-Handlungen” (Modell 1 des Strat. Konfliktmanagements -StraKoM).

Wichtige Fragen, die Sie sich stellen sollten:

Regel 3:
m akuten Falle sollten möglichst mindestens zwei Betreuer tätig werden. Der ruhigere von beiden übernimmt das Kommando und die unmittelbare Kommunikation mit dem Aggressor. Der/die Kollege/n hält/halten sich dezent im Hintergrund, aber sichtbar und sofort einsatzbereit. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der aktive Kollege besonnen und angstfrei mit der Situation umgehen kann.


Risikoabwägung in der akuten Situation

Folgende Bedingungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Gewalthandlungen und sollten immer wieder bewußt gemacht werden:

Frühwarnzeichen und besondere Gefahrensituationen

In den meisten Fällen gibt es individuelle Frühwarnzeichen, die sorgfältig beobachtet und dokumentiert werden sollten:

  • Konfliktsituationen.
  • Sichtbare Erregung und Anspannung, z.B. Lautstärke.
  • - s. Arbeitspapier Erregungskurve des StraKoM und des ABPro
  • Starke akute Aktivierung.
  • - s. Arbeitspapier Aktivationsniveaus des ABPro
  • Geringe Körperdistanz.
  • Potentieller Aggressor (PA) ist alkoholisiert oder steht unter Drogen.
  • Drohung mit Gewalt, Beschimpfungen durch den PA.
  • Der erregte PA wird frustriert durch Kritik, Ermahnungen etc.
  • PA wird körperlich, räumlich, psychisch eingeengt.
  • PA fühlt sich ungerecht behandelt.
  • PA fühlt sich in Handlungsfreiheit und Rechten bedroht.
  • PA hat Publikum durch seine „Kumpel”.
  • PA befindet sich auf „seinem” Territorium, unter seinen „Kumpeln”.
  • Es sind potentielle Waffen vorhanden (Flaschen, Stöcke, Messer etc.).

Persönlichkeit und Verhalten eines potentiellen Aggressors (PA)

  • Beziehungsproblem zum potentiellen Gewaltopfer (PGO).
  • Übersensibel gegenüber Kritik.
  • Ist potentiellen Gewaltopfer (PGO) körperlich überlegen.
  • Bekanntheit des PA für seine Neigung zu gewaltsamen Problemlöseversuchen.
  • PA ist Angehöriger einer Gruppe, in der Gewalt zur Norm gehört.
  • Es liegt ggf. die Diagnose „dissoziale”/„antisoziale”/„psychopathische” / „soziopathische” Persönlichkeit vor.
  • Intellektuelle Defizite.

Situation des potentiellen Gewaltopfers (PGO)

  • PGO ist nicht auf potentiell problematische Situationen vorbereitet.
  • PGO ist selbst erregt, in seiner Problemlösefähigkeit eingeschränkt.
  • Es bestehen kein Plan und keine Absprachen mit den Kollegen für den Umgang mit gefährlichen Situationen.
  • PGO kennt Persönlichkeit und Verhaltenstendenzen des PA nicht.
  • Hat keine Kenntnisse über aggressive Handlungen, kann konkrete Vorgänge deshalb nicht einordnen.
  • PGO hat selbst die Neigung, impulsiv, heftig zu reagieren.
  • PGO redet unüberlegt, zeigt uneinfühlsames Kommunikationsverhalten.
  • PGO ist alleine.
  • Es besteht keine Ausweichsmöglichkeit für PGO (Auto, Ecke eines Raumes).
    Achtung: Vertrautheit mit einer Situation (z.B. eigenes Büro) und damit verbundenes Sicherheitsgefühl ist keine Garantie für tatsächliche Ungefährlichkeit !

Interventionen

Es ist sinnvoll zu unterscheiden zwischen Heißer Gewalt und „Cooler” Gewalt.


Umgang mit Heißer Gewalt

Diese entspricht den Verhaltensweisen vom Typ C .
-
s. Typologie des ABPro und Manual zum Typ C des ABPro ,

Merkmale:

  • Erregung.
  • Heftige, undifferenzierte Reaktionen.
  • Einschränkung kognitiver Fähigkeiten.
  • Verlust der Selbststeuerung.
  • Rechnen Sie mit drei Phasen:
    1. Eskalationsphase - Beeinflussung noch möglich.
    2. Phase höchster Erregung - Gefahr schwerster Gewalttätigkeit.
    3. Deeskalationsphase - Beeinflussung wieder möglich.
Grundregeln für die Intervention:
  • Passen Sie Ihre Reaktionen dem jeweiligen Erregungsgrad an.
    - Seminarübung Brainstorming
  • Versuchen Sie, das Eintreten der Phase 2. zu verhindern.

Grundstrategien für den Umgang mit Heißer Gewalt

  1. Sorgen Sie für Sicherheit.
  2. Deeskalieren, entspannen Sie die Situation.
  3. Versuche, den Aggressor zu kontrollieren.

zu 1: Sorgen Sie für Sicherheit

  • Halten Sie Fluchtweg offen.
  • Entfernen Sie potentielle Waffen (übernimmt ggf. Kollege im Hintergrund).
  • Entfernen Sie Zuschauer (übernimmt ggf. Kollege im Hintergrund).
  • Halten Sie sich außerhalb der Schlagdistanz des Aggressors auf.
    - Seminarübung
  • Sorgen Sie ggf. für eine Barriere zwischen Ihnen und dem Aggressor (Tisch o.ä.).
  • Drehen Sie dem Aggressor nie den Rücken zu.
  • Vermeiden Sie körperliche Berührungen mit dem Aggressor.

zu 2: Deeskalieren, entspannen Sie die Situation

  • Achten Sie auf Zeichen eigener Erregung.
    - ggf. Nachbereitung: Fragebogen SEPP des ABPro
  • Versuchen Sie, ruhiger zu sein als der PA.
    - Ankern -s.a. Seminarübung
    - ggf. Nachbereitung mit ERNA des ABPro
  • Versuchen Sie, rational und professionell mit der Situation umzugehen.
    - „Oberer Weg” - Seminarübung
    - ERNA des ABPro
  • Vermeiden Sie, dass mehrere Personen auf den erregten Menschen einreden. Beachten Sie aber Grundregel Nr 1.
  • Reagieren Sie dosiert und überlegt. Vermeiden Sie Überreaktionen.
  • Tauschen Sie die Rolle mit dem Kollegen falls Sie merken daß Ihre Erregung zu hoch wird.
  • Setzen Sie insbesondere non- und paraverbale Kommunikationsmuster ein (ruhige aber feste Stimme, entspannte Haltung).
  • Vermeiden Sie Drohgebärden.
  • Sprechen Sie ruhig, in kurzen Sätzen.
  • Versuchen Sie einfühlsam, die Vorgänge aus der Sicht des PA zu sehen.
  • Vermeiden Sie Du-Botschaften.
    -s. Manual zum Typ B des ABPro
  • Weitere Techniken zur Beruhigung und Entspannung s. In Ruhe und Gelassenheit.
  • Sprechen Sie - ruhig aber deutlich! Sprechen und körperliche Gewalt passen nicht zusammen.
  • Unterstützen Sie das Sprechen durch kongruente und deutliche nonverbale Signale: Gestik, Mimik, Körperhaltung.
  • Vermeiden Sie Moralisieren, Vorwürfe, Drohungen u.ä. („Ein vernünftiger Mensch sollte sich nicht so wie du verhalten !”).
  • Stellen Sie sich auf die Sprache des PA ein: Keine Fremdwörter, keine verschachtelten Sätze. Versuchen Sie, maximal fünf Wörter in einen Satz zu packen.
  • Stellen Sie sich auf das intellektuelles Niveau des PA ein: Keine zu komplizierten und anspruchsvollen Ausführungen. Konkret sprechen, Abstraktion vermeiden. Möglichst im Hier und Jetzt verbleiben.
  • Demonstrieren Sie Interesse für die Probleme und Gefühle des PA.
  • Versuchen Sie, sich in die aktuelle Bedürfnislage des Angreifers einzufühlen (= Modell 3 des StraKoM).
  • Stellen Sie ggf. Hilfe in Aussicht: „Ich kann gleich mit Herrn X sprechen, wenn Sie das möchten”
  • Bieten Sie ggf. Einen anderen Gesprächspartner an: “Möchten Sie lieber mit Frau K. sprechen?"
  • Bieten Sie realistische Lösungsmöglichkeiten an.
  • Stellen Sie gezielt Frage: „Was ist denn passiert?”, „Wie ist es dazu gekommen?” „Wo tut es dir denn weh?”, „Wann hast Du das bemerkt?”, „Wer ist dann dazugekommen?”( = 5-W-Technik - „Warum- Fragen”vermeiden !)
  • Bieten Sie alternative Interpretationsmöglichkeiten der Situation an.
  • Bieten Sie machbare und akzeptable alternative Lösungsmöglichkeiten des Problems an.
  • Achten Sie darauf, dass der PA sein Gesicht bewahren kann.
  • Treten Sie eher als Helfer statt nur als Autoritätsperson auf.
  • Vermitteln Sie das Gefühl, dass der Angreifer die Situation mitbestimmen kann.
  • Machen Sie ggf. kleine Zugeständnisse, die sich auf die Situation beziehen. Vorsicht bei weitergehenden über die Situation reichende Zugeständnissen.
  • Enthalten Sie sich der Frage, wer Recht oder Unrecht hat.
  • Vermeiden Sie Parteilichkeit.
  • Lassen Sie sich auf keinen Wortwechsel mit dem erregten Menschen ein.
  • Wenn Sie nicht selbst der Auslöser für die Erregung sind, gehen Sie davon aus, dass Sie als Person austauschbar sind. Nehmen Sie deshalb Beschimpfungen nicht persönlich.
  • Reagieren Sie dosiert und überlegt. Vermeiden Sie Überreaktionen.
  • Tauschen Sie die Rolle mit dem Kollegen falls Sie merken daß Ihre Erregung zu hoch wird
  • Setzen Sie insbesondere non- und paraverbale Kommunikationsmuster ein (ruhige aber feste Stimme, entspannte Haltung).
  • Vermeiden Sie Drohgebärden.

zu 3: Versuche, den Aggressor zu kontrollieren

  • Versuchen Sie, zunächst „sanftere” Methoden einzusetzen. „Harte” Methoden reizen zum Widerstand und verstellen den Weg für andere Methoden.
  • Vermeiden Sie heftige Reaktionen.
  • Nähern Sie sich ruhig dem Aggressor - kommen Sie ihn aber nicht zu nahe..
  • Nähern Sie sich leicht seitlich, für den Aggressor gut sichtbar.
  • Vermeiden Sie möglichst frontales auf ihn Zugehen (könnte als Angriff aufgefasst werden).
  • Versuchen Sie Ablenkungsmanöver (z.B. etwas zu Trinken anbieten).
  • Versuchen Sie, den PA zum Hinsetzen zu bewegen (wenn möglich tiefer Sessel).
  • Versuchen Sie, den PA zu einem Ortswechsel zu veranlassen (= Ausblenden problemaufrechterhaltender Reize).
  • Geben Sie klare einfache positive Anweisung: „Leg den Stock weg!”
  • Benutzen Sie den Namen des PA: „Herr Müller - aufhören!”
  • Vermeiden Sie möglichst negative Aussagen ( „Rege dich NICHT auf !”).
  • Weisen Sie auf einfache und klare Regeln hin: „Es ist verboten, mit Möbeln zu werfen”.
  • Weisen Sie möglichst in sorgenvollem Ton auf mögliche Konsequenzen des Verhaltens hin.

Sollte Phase 2 (Höchste Erregung) eintreten:

  • Spielen Sie nicht den Helden!
  • Flüchten Sie ggf.
  • Rufen Sie notfalls um Hilfe - laut aber nicht panisc
  • Nehmen Sie Abwehrposition ei
    - Seminarübung
  • Schützen Sie besonders empfindliche Teile Ihres Körper
    - Seminarübung
  • Halten Sie Angreifer auf Distan
    -
    Seminarübung
  • Benutzen Sie Gegenstände zum Schutz (z.B. hochgehaltenen Stuhl, Matratze
  • Wenden Sie ggf. Befreiungsgriffe an - vorher gründlich üben!
    - Seminarübung
  • Achtung: Schätzen Sie eigene körperlichen Fähigkeiten realistisch ein. Überschätzen Sie nicht Ihre Fertigkeiten in Selbstverteidigungstechniken. Gegen einen geübten und zu allem entschlossenen Schläger sind Ihre Chancen gering!
  • Sollte aktiver körperlicher Einsatz notwendig sein, achten Sie darauf, daß Sie und Ihre Kollegen sich in deutlicher Übermacht befinden.
  • Wenn möglich, isolieren Sie den Aggressor : Zunächst verbal auffordern, in den Isolationsraum zu gehen. Wenn das nicht hilft, ggf. dosiert, überlegt, professionell und unter Berücksichtigung rechtlicher Vorschriften körperlicher Einsatz.
  • Halten Sie den Aggressor ggf. mit geeigneten Griffen fest: Vorher gründlich üben zur Vermeidung von Verletzungen bei Aggressor und Gewaltopfer und zur Berücksichtigung rechtlicher Vorschriften.
    - Seminarübung
  • Ggf. medikamentöser Eingriff (Sedierung des Aggressors per Injektion).
  • Wenn Sie alleine mit dem PA sind: darauf achten, daß keine weitere Eskalation eintritt. In der Regel legt sich die Erregung des Aggressors dann nach einigen Minuten von selbst.

Umgang mit „cooler” Gewalt

Coole Gewalt entspricht weitgehend den Verhaltensweisen vom Typ A. (s. Typologie des ABPro und Manual zum Typ A des ABPro).

Der Unterschied zur heißen Gewalt ist, daß sich der Potentielle Aggressor -entsprechende Intelligenz vorausgesetzt- der Risiken und Möglichkeiten seines Handelns bewußt ist.

Problemverhaltensweisen treten deshalb mit großer Wahrscheinlichkeit dort auf, wo er mit einem Erfolgserlebnis rechnen kann:

  • Erlangung von Macht oder Vorteilen
  • Erzeugung von „Action”
  • Einschüchterung des Potentiellen Gewaltopfers
    - Machtmobber, Lustmobber

Grundstrategien für den Umgang mit „cooler” Gewalt

  1. Sorgen Sie für Sicherheit
  2. Versuchen Sie, den Potentiellen Aggressor (PA) zu kontrollieren
  3. Versuchen Sie, ihm die Erfolgserlebnisse zu entziehen

zu 1: Sorgen Sie für Sicherheit

s. Regeln im Zusammenhang mit Heißer Gewalt.

zu 2 und 3: Versuchen Sie, denPotentiellen Aggressor zu kontrollieren und ihm die Erfolgserlebnisse zu entziehen

Aggressoren mit Cooler-Gewalt-Neigung haben häufig ein Gespür für Hierarchie und Macht. Sie sind u.a. Meister darin, bei ihren Opfern Angst zu erzeugen und dadurch ihre Macht zu demonstrieren. Sie lassen sich aber häufig auch durch unmittelbare Signale von Macht beeindrucken.

Einschlägige Täter zeigen selbst häufig wenig Angst. Drohungen mit Strafen beeindrucken sie wenig. Dennoch haben sie in der Regel spezifische Wertesysteme, die man beim Umgang mit dem PA berücksichtigen und eventuell ausnützen sollte.

Das Aggressions- Bewältigungs-Programm - ABPro

ist ein Standardwerk zum Thema Umgang mit Aggressionen und Gewalt.
Es besteht aus drei in sich geschlossenen Bänden , die sich jeweils schwerpunktmäßig praxisnah mit bestimmten Formen von Aggression und Gewalt beschäftigen.
Bezug über Buchhandel oder online, z.B. über diese WebSite.

Vorgehen im Ernstfall:

  • Grundsätzliches zur Ausübung sozialer Kontrolle s. ABPro Manual zu TypA.
  • Versuchen Sie, sachlich, ruhig und emotionslos zu kommunizieren.
    - Seminarübung
  • Machen Sie auf Konsequenzen des Verhaltens des PA aufmerksam (z.B. materielle Kosten, Gesichtsverlust, Gefährdung des Arbeitsplatzes). Seien Sie realistisch. Stoßen Sie keine leeren Drohungen aus, besonders unter Erregung.
  • Haben Sie keine Hemmung, sich ruhig und entschlossen zu wiederholen.
  • Geben Sie klare und deutliche Anweisungen.
  • Versuchen Sie, PA von seiner Gruppe zu isolieren (z.B. Kollege im Hintergrund lenkt diese durch attraktive Alternative ab).
  • Bieten Sie eher Struktur als Hilfe. Coole Gewalttäter benötigen selten Verständnis, Empathie und Hilfe, sondern eher eine klare Linie und sozialen Druck.
  • Haben Sie genug akute Machtressourcen (z.B. Kollegen im Hintergrund), können Sie durchaus eine gewisse Unwilligkeit oder Gelangweiltheit zeigen.
  • Vermeiden Sie aber Beleidigungen.
  • Lassen Sie umgekehrt Beleidigungen von sich abprallen.
    - Seminarübung)
  • Vermeiden Sie Du-Botschaften.
    - s. Manual zum Typ B des ABPro
  • Vermeiden Sie Psychologisieren (wird ggf. schnell durchschaut und als „psychologisches Gequatsche” abgetan).
  • Schalten Sie notfalls die Polizei ein.
  • Verklagen Sie ggf. den Täter.
  • Entfernen Sie ihn aus der Institution, wenn diese für ihn attraktiv sein sollte.


Nachbereitung oder Evaluation von Gewalthandlungen

Jede gewaltsame Episode muß sorgfältig analysiert und dokumentiert werden (s.z.B. Fragebogen EVA des ABPro). Benutzen Sie als Checkliste auch den hier vorliegenden Text.

Alle Beteiligten, ggf. auch der Aggressor sind zu befragen. Vermeiden Sie dabei Vorwürfe und Anklagen ! Auch erfahrene Profis machen in Problemsituationen immer wieder Fehler.

Aus den Daten wird ein Gesamtbild gefügt. Daraus werden Hypothesen über die Zusammenhänge erstellt und Vorschläge erarbeitet, wie in Zukunft vorzugehen ist.

Alle Mitarbeiter müssen ausdrücklich über die Ergebnisse informiert werden.


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Cierpka, M. (Hrsg.)
Kinder mit aggressivem Verhalten. Ein Praxismanual für Schulen, Kindergärten und Beratungsstellen.
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